Coperion liefert Doppelschneckenextruder ZSK an PIBID in Uganda
Extrusion von Kochbananen zu Quellmehl
Stuttgart, im Januar 2012. – Ein Doppelschneckenextruder ZSK der Coperion GmbH, Stuttgart, ehemals Werner & Pfleiderer, wird in Uganda dazu dienen, aus den nicht lagerfähigen Kochbananen ein Quellmehl herzustellen. Durch einfaches Anrühren mit kaltem oder heißem Wasser ergibt dieses Mehl den nahrhaften Matooke-Brei, der in Uganda als Nationalgericht gilt und ein gut verträgliches, nährstoffreiches Grundnahrungsmittel ist. Den Doppelschneckenextruder ZSK 54 MEGAvolume PLUS hat die Presidential initiative for Banana Industrial Development (PIBID) beschafft. Er ist Teil der Projektinitiative, die den nachhaltigen Anbau von Kochbananen in Uganda fördern, die lokale Wertschöpfung in der bäuerlichen Landwirtschaft erhöhen und zugleich die Versorgung der Bevölkerung verbessern soll.
Der neue, auf die Möglichkeiten der lokalen Bauern zugeschnittene Produktionsprozess beginnt bei der Herstellung des Bananenmehls, das im nächsten Schritt nach Bushenyi in das PIBID-Produktionszentrum geliefert wird. Dort wird der Doppelschneckenextruder ZSK MEGAvolume PLUS mit 54 mm Schneckendurchmesser und einem sieben Gehäuse langen Verfahrensteil installiert. Eine Feststoffdosierung führt ihm das Bananenmehl zu. Mit Hilfe einer Flüssigdosierung wird im zweiten Extrudergehäuse ein feiner Wasserstrahl eingedüst. Danach beginnt die Kochextrusion, bei der das Bananenmehl bei Temperaturen von typischerweise 140 bis 150°C zu einem modifizierten, vorgekochten Quellmehl aufbereitet wird. Auf das Verfahrensteil folgt eine überarbeitete Version der zentrischen Granulierung ZGF 70, die Coperion auf der Anuga FoodTec (27. bis 30. März 2012 in Köln) ausstellen wird. Die Granulierung ist nun mit dem Messerflügel axial verschiebbar. Damit lassen sich die Messer im laufenden Betrieb auf die Lochplatte aufsetzen. Eine Feinjustierung mit Skalierung dient zur präzisen Schnitteinstellung. Die Granulierung erzeugt ein direktexpandiertes, gut handhabbares Extrudat, das sich nach der Trocknung leicht zu löslichem Matooke-Mehl vermahlen lässt.
Der Doppelschneckenextruder und die Granulierung sind so ausgeführt, dass sie alle Anforderungen der Lebensmittelindustrie erfüllen. Alle produktberührenden Teile des Extruders sind speziell für den Einsatz in der Lebensmittelindustrie ausgewählt. Die äußeren Oberflächen des Verfahrensteils sind chemisch vernickelt. Alle Öle und Schmierstoffe sind FDA-konform. Die spritzwassergeschützte Bauweise und die Edelstahl-Verkleidung erleichtern die Reinigung.
Zur Werksabnahme (Factory Acceptance Test, FAT) war Dr. Florence Muranga, Director von PIBID, zusammen mit weiteren Vertretern der Initiative vor Ort in Stuttgart. Im Food Technikum von Coperion wurde das Originalprodukt auf der komplett montierten Extrusionsanlage hergestellt. Für die Tests ebenfalls vor Ort in Stuttgart war Dr. Albert Esper, Innotech Ingenieursgesellschaft, Altdorf. Die auf die Verarbeitungstechnik in Tropischen und Subtropischen Regionen spezialisierte Ingenieursgesellschaft unterstützte PIBID und Coperion im interkulturellen Dialog.
Bei der Entwicklung der innovativen Wertschöpfungskette von der Rohbanane zum Instant-Matooke-Mehl konnte Dr. Florence Muranga unter anderem auf ihre Forschungsarbeiten an der damaligen Bundesanstalt für Getreide-, Kartoffel- und Fettforschung (heute Max Rubner-Institut), Detmold, zurückgreifen – dort hat sie den Einsatz des Doppelschneckenextruders ZSK 40 zum Aufbereiten von Bananenmehl untersucht.
Über die Aufgaben und Ziele von PIBID sagt Dr. Muranga: „PIBID hat es sich zur Aufgabe gemacht, die lokalen Dorfbauern Ugandas, die Kochbananen anbauen, stärker an der Wertschöpfungskette zu beteiligen und sie mit den weiterverarbeitenden Unternehmen besser zu vernetzen. PIBID stellt sowohl den lokalen Bauern als auch den weiterverarbeitenden Unternehmern Wissen und Technologien zur Verfügung. Diese Aufklärungs- und Weiterbildungsarbeit umfasst den effizienten und nachhaltigen Anbau der Bananen, die Entwicklung der Einzelunternehmen und der Produktionsprozesse sowie die Sicherung der Qualität des hochwertigen Matooke-Breis. Besondere Bedeutung hat dieses lokal erzeugte Nahrungsmittel für die Ernährung von Schulkindern, von unterernährten Kindern oder von Personen, die durch AIDS geschwächt sind. Kurz zusammengefasst: PIBID wird einen kurzfristig funktionierenden, dezentralen Produktions- und Lieferprozess für Matooke etablieren, der vor allem lokal und regional, aber auch für den Staat Uganda zu mehr Einkommen führt.“



