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Wie lassen sich Staub und fadenförmiger Abrieb in pneumatischen Fördersystemen vermeiden?

Maßnahmen zur Vermeidung von Staub und Fäden bei der Förderung von Kunststoffgranulaten

Staub und Abrieb sind eines der häufigsten Probleme in pneumatischen Fördersystemen − und ein frustrierendes noch dazu. Trotz eines sorgfältig konzipierten Anlagenlayouts und zusätzlicher Maßnahmen werden Anlagenbetreiber irgendwann unweigerlich mit Staub und Fäden konfrontiert. Dies beeinträchtigt nicht nur das zu fördernde Produkt, sondern zieht auch eine Menge Abfall nach sich.

Warum treten Staub und Fäden überhaupt auf?

Während des Förderprozesses durchlaufen die Pellets verschiedene Phasen, in denen der Förderdruck und damit auch die Fördergeschwindigkeit variieren können. Insbesondere in den Phasen, in denen die Pellets mit hoher Geschwindigkeit transportiert werden, rutscht das Produkt mit und stößt an die Wände der Rohre, Bögen oder Kupplungen. Dieser Kontakt zwischen dem Produkt und System verursacht Reibung. Als Konsequenz daraus lösen sich kleinste Teile vom Fördermaterial, die dann als Partikel in das System freigesetzt werden und sich als Staub ansammeln. Je nach Zustand Ihrer Rohre oder Komponenten und dem Zeitpunkt der letzten Wartung bzw. Reinigung kann dies zu einer erheblichen Menge an unerwünschtem Staub führen. Aus Umweltschutzgründen wird dieser Staub immer im System gehalten und nicht in die Atmosphäre abgegeben.

Warum sind Staub und Fäden problematisch?

Im kleinen Umfang scheint Staub erstmal trivial und somit einfach ein Nebenprodukt der pneumatischen Förderung zu sein. Nichtdestotrotz bringt die Ansammlung von Staub und Fäden viele Nachteile und Probleme mit sich. 

  • Die Produktqualität leidet: Die Reibung hat eine Belastung des Produkts zur Folge, was sich wiederum auf die Produktqualität auswirkt.
  • Häufigere Wartungszyklen: Durch Reibung und z.B. Antiblockiermittel verschleißen die Rohre schneller. Je nach Fördersystem müssen Sie häufige Wartungs- und Reinigungszyklen einplanen, um ein qualitativ hochwertiges Niveau aufrechtzuerhalten. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit von Systemstörungen und Ausfällen höher, z. B. durch Verstopfung durch Engelshaar.
  • Sie müssen sich um den zusätzlichen Abfall kümmern: Staub und Fäden gehen mit Abfall einher − und davon kann jede Menge anfallen. Somit können dessen Sammlung und Entsorgung einen erheblichen Teil Ihrer Betriebskosten ausmachen.

Gibt es eine Lösung, um Staub und Fäden in pneumatischen Förderanlagen zu vermeiden?

Glücklicherweise gibt es verschiedene Konstruktions- und Nachrüstungsmöglichkeiten, um das Auftreten von Staub und Fäden in Ihrem pneumatischen Fördersystem zu verringern oder sogar zu vermeiden. Anlagenbetreiber konzentrieren sich dabei meist auf die Vermeidung, Reduzierung oder die aktive Beseitigung von Staub und Fäden, um eine hohe Produktqualität zu erhalten. Welche Option für Sie am besten geeignet ist, hängt von den Eigenschaften Ihres Produkts, dem Aufbau Ihrer Anlage sowie von Ihren allgemeinen Zielen ab.

Vorbeugung
Bei besonders staubanfälligen Prozessen sollten Anlagenbetreiber Lösungen ins Auge fassen, die die Entstehung von Staub und Fäden verhindern. Aufgrund von Unterschieden in der Umgebung und letztendlich der Anforderungen gibt es jedoch keine Pauschallösung. Werden sowohl Pulver als auch Granulate gefördert, können nur Anlagenbauer mit fundierten Kenntnissen und einem umfassenden Verständnis verschiedener Schüttgüter ein zuverlässig funktionierendes und wirtschaftliches Schüttgut-Handling-System konzipieren. Coperion begegnet den steigenden Anforderungen mit einem breiten und zielgerichteten Angebot an innovativen Förderverfahren und Komponenten. So sind unsere Fördertechnologien schon heute auf die stetig steigenden Produktionskapazitäten und Förderdistanzen von morgen ausgerichtet.

Gerade große Polyolefin-Anlagen sehen sich mit einer verminderten Produktqualität und enormen Betriebskosten aufgrund von Staub konfrontiert. Mit Blick auf die Bedürfnisse von Polyolefin-Anlagen hat Coperion einen völlig neuen Ansatz (FLUIDLIFT® ecoblue) für die Förderung von thermoplastischen Polyolefinen, wie LLDPE oder PP-Granulat, entwickelt. Durch die kontrollierte Zugabe von Wasser wird die Förderluft mit einem geringen Wasserfilm versehen, der nachweislich Reibung verhindert, bevor sie entsteht. Dieses Wasser wird später effektiv aus dem Prozess entfernt. Das Ergebnis ist eine deutlich höhere Produktqualität des Granulats bei gleichbleibendem Feuchtigkeitsgehalt.

Trennen
Die Reinheit von Schüttgütern ist ein entscheidender Faktor für die Qualität des Endprodukts. Ganz gleich, ob es um die Minimierung von Abrieb, die optimale Reinigung der Produkte oder die Bestimmung des Reststaubgehalts nach gültigen Normen geht − unsere Lösungen sind eine ideale Kombination aus langjähriger Prozesskompetenz und dem weltweit modernsten Schüttgut-Know-how. Bereits beim Design der Förderanlagen achten unsere Spezialisten auf die Minimierung der Staubentwicklung. Minimale Fördergeschwindigkeiten, geeignete Rohrmaterialien und Verbindungen sorgen für einen kleinstmöglichen Abrieb in der Produktion. Je nach Produkteigenschaften und Anwendungsanforderungen kommen unterschiedliche Sichterkonzepte zum Einsatz. Ein Beispiel ist der Umlenk-Gegenstrom-Sichter UGS, der Horizontaler Fließbettsichter HFS oder der Schwerkraft-Rotations-Sichter SRS von Coperion.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Staub und Fäden in der Tat eine besondere Herausforderung in der pneumatischen Förderung sein können. Dennoch gibt es eine Reihe wirksamer Entstaubungslösungen, die zu einer sofortigen Verbesserung Ihres Prozesses beitragen können.

Coperion Förderverfahren
Coperion begegnet den gestiegenen Anforderungen der Kunststoffindustrie mit einer großen und gezielt weiterentwickelten Bandbreite innovativer Förderverfahren und Komponenten.

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